Norwegens Regierung will Touristen durch die Vergabe von Scheinen zur Robbenjagd ins Land locken. Nach einer entsprechenden Ankündigung durch Fischereiminister Svein Ludvigsen berichtete die Osloer Zeitung "Aftenposten" am Donnerstag, dass in den westlichen Bezirken Sogn und Fjordane in dieser Saison bereits 150 Jagdscheine für Seehunde an Urlauber aus Norwegen und Schweden verkauft worden seien. Das Interesse sei groß, alle 80 zum Abschuss für die 150 Jäger freigegebenen Seehunde seien erlegt, meldete das zuständige Fischereiamt. Ludvigsen erklärte seinen Vorschlag damit, dass er keinen Unterschied bei der Jagd auf Elche, Lachse oder eben Seehunde sehe. Zugleich wies er den heimischen Fremdenverkehr auf die sich eröffnenden Möglichkeit zum Geldverdienen durch die Jagdlizenzen hin. Das war dann selbst der norwegischen Fischindustrie zu viel. Sonst durchaus für den Abschuss der "hungrigen Fischverzehrer" eintretend, verbreitete sie in ihrer Branchenzeitung: "Wir fürchten, dass die Seehund-Jagd für Touristen schnell außer Kontrolle geraten kann. Als Konsequenz wird die norwegische Jagdkultur erneut als barbarisch abgestempelt, weil es so wirkt, als habe sie nur ein Ziel: Tiere nur um der Jagd Willen zu töten." Aber auch Umweltschützer verurteilen den Vorstoß des Fischereiminister. Sie werfen ihm "Cowboy-Denken" vor. Quelle: Greenpeace
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